Lungentraining bei COPD


Atemtechniken und Lungensport
Lungentraining bei COPD

Die richtige Körperhaltung, Atemtechniken und Lungensport können neben der medikamentösen Therapie Patienten mit einer COPD helfen, leistungsfähiger zu werden und ihre Lebensqualität zu bessern.

Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Bronchitis (englisch chronic obstructive pulmonary disease, COPD), leiden oft – besonders beim Ausatmen – unter Atemnot, die bei körperlicher Belastung zunimmt. Viele Patienten verzichten deshalb auf Sport. Der Trainingsmangel verstärkt jedoch die Atemnot, sodass Betroffene eine noch stärkere Schonhaltung einnehmen. Ein Teufelskreis beginnt. Doch eine Kombination aus Atemtherapie, Lungensport und Muskelaufbautraining können dieser Entwicklung vorbeugen.

Körperhaltung als Voraussetzung für gelingende Atemübungen

Patienten können verschiedene Körperstellungen einnehmen, um bei Atemnot leichter zu atmen. Das Zwerchfell und die Atemmuskulatur sollen dabei möglichst wenig beansprucht werden. Betroffene können die Übungen besonders dann durchführen, wenn sie nach körperlicher Belastung eine Pause benötigen. Deutsche Lungenärzte empfehlen beispielsweise den Kutschersitz, die Torwarthaltung oder den Bettsitz.

Lippenbremse regelmäßig üben

Regelmäßiges Trainieren spezieller Atemntechniken kann Atemnot reduzieren und die Atemmuskulatur verbessern. Bei der „Lippenbremse“ beispielsweise bremsen Patienten mit den Lippen die Ausatemluft etwas ab, sodass ein geringer Widerstand entsteht. Der erzeugte Gegendruck verhindert das Zusammenklappen der kleineren Bronchien, sodass die Ausatemluft besser aus der Lunge herausströmt. Folglich können Betroffene mehr Luft einatmen. Deutsche Lungenärzte empfehlen, die Lippenbremse bereits bei körperlichen Belastungen präventiv einzusetzen. Wer regelmäßig übt, wird sie bald automatisch bei physischen Anstrengungen einsetzen.

Lungensport für bessere Fitness

Zusätzlich helfen speziell entwickelte Sportübungen, die Leistungsfähigkeit von COPD-Patienten zu steigern und das Auftreten von Atemnot zu verringern. Trainingseinheiten aus den Bereichen Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination werden auf den Fitnesszustand des Patienten abgestimmt. Durch die verbesserte Lebensqualität vermag Lungensport neben physischen auch psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen zu lindern.

Informationen für Patienten mit COPD und Asthma

Informationen zum Lungensport, Atemtherapie und gerätegestütztes Training sowie geeignete Therapieeinrichtungen erhalten Patienten mit COPD

  • beim behandelnden Arzt
  • bei Sport- und Physiotherapeuten
  • bei der Krankenkasse
  • bei Selbsthilfegruppen

Lungenärzte-im-Netz

Quelle: Vortrag von Dr. rer. medic. Sebastian Teschler, Physio- und Atmungstherapeut am Lungenzentrum Essen, auf dem 9. Symposium Lunge am Samstag, den 10. September 2016 von 9:00–17:00 Uhr in Hattingen (NRW)

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